Wochenspruch, Sonntag, den 14.02.2021

Jesus Christus spricht: „Seht, wir gehen nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten vom Menschensohn.“ (Lk 18,31)

Im Wochenspruch erinnert Jesus seine Jünger an das, was die Propheten 500 Jahre zuvor vom „Menschensohn“ gesagt haben. Der Begriff „Menschensohn“ ist hier ein anderes Wort für „Messias“ bzw. „Christus“. Jesus meint sich selbst, wenn er vom Menschensohn spricht. Was die Propheten vom „Menschensohn“/ Jesus gesagt haben, können wir nachlesen in Vers 32. Sinngemäß heißt es dort: Jesus wird den Heiden übergeben werden. Diese werden ihn quälen und töten. Am dritten Tage aber, wird er wieder auferstehen.
Dass Jesus einen qualvollen Tod gestorben ist, war also kein Zufall. Er war auch nicht einflussreichen und mächtigen Menschen in der damaligen Gesellschaft geschuldet. Es war der Plan Gottes. Sein Wille. Gott will seinen Sohn opfern, um die Schuld der Menschen zu „sühnen“ bzw. aufzuheben.
Diese Schuld ist nicht nur die Schuld, die wir auf uns laden, wenn wir Böses tun. Die Schuld, die Jesus am Kreuz für uns gesühnt hat, ist grundsätzlicher Natur. Sie besteht darin, dass wir Menschen von Natur aus unser eigenes Leben mit eigenen Zielen und nach eigenen Vorstellungen leben wollen. Von Natur aus fragen wir nicht danach, was Gott für uns will, welche Ziele er für uns hat. In diesem Sinne ist unsere Natur die Schuld, die uns von Gott trennt.
Inwiefern Jesu Tod am Kreuz diese „angeborene“ Schuld aufgehoben hat, ist rational nicht zu verstehen. Aber wir können die Wahrheit dieser Botschaft in Erfahrung bringen. Dazu müssen wir sie beim Wort nehmen und tun, was sie zu tun uns nahelegt.
Um dies zu verdeutlichen nehme ich den Wortlaut dieser Botschaft aus dem Buche des Propheten Jesaja. „Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53,4f.).
Jesaja sagt diese Worte vom „Gottesknecht“. Wir Christen glauben, dass dieser Jesus ist bzw. der „Menschensohn“. Jesus ist also derjenige, der „unsere Krankheit“ und „unsere Schmerzen“ trägt und erträgt. Er ist auch derjenige, der die „Strafe“ auf sich nimmt, die auf mir lastet.
Verstehen kann das niemand. Aber wir können die Wahrheit dieser Botschaft für uns in Erfahrung bringen. Dazu müssen wir vor den Gekreuzigten treten, und alles, was wir nicht tragen und ertragen können, auf seine Schultern legen: Unsere Ängste und Sorgen, unsere seelischen und körperlichen Schmerzen und unsere ganze Schuld.
Solcher Art Gebete stehen unter der Verheißung Gottes. „… auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Gott segne euer Beten und schenke euch Friede und Heil.

Ihr Pfarrer Roland Hussung