Informationen zum Gottesdienst am Heilig Abend

Liebe Schwestern und Brüder!

Heilig Abend ohne Gottesdienst. Ich weiß nicht, ob es das in Mauchenheim schon gegeben hat. Den Presbytern und mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Schon seit Anfang November planen wir, wie wir einen schönen Gottesdienst unter den vorgegebenen Hygieneregeln mit euch feiern können. Mittlerweile sind die Vorbereitungen fast alle getroffen und wir könnten am Heilig Abend mit euch feiern. Unsere Entscheidung gegen diesen Gottesdienst halten wir jedoch für das Gebot der Stunde. Die Infektionszahlen steigen nach wie vor. Die Intensivstationen sind personell unterbesetzt und deshalb vielerorts überlastet. Die Virologen mahnen uns täglich, unsere Kontakte bis auf die nötigsten zu begrenzen. Ganz anderes noch als im Frühjahr kennen wir alle Menschen, die an Covid 19 erkrankt sind oder waren; einige haben auch schon Tote in ihren Familien zu beklagen. Dass die Regierung die Gottesdienste nicht antastet, auch dies anders noch als im Frühjahr, hat juristische Gründe. Medizinisch gesehen unterscheidet sich eine gottesdienstliche Versammlung in nichts von einer politischen oder privaten Versammlung. Menschen kommen zusammen, möglicherweise Infizierte mit Nichtinfizierten. Wir schätzen unsere Religionsfreiheit sehr. Aber zur Freiheit gehört immer auch die Verantwortung. Die wollen wir wahrnehmen zu Ihrem Schutz. Tut und wirklich sehr Leid. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Und jetzt noch ein Wort von mir persönlich als Ihr Pfarrer. Ein „Predigtersatz" zu Heilig Abend.

Wenn auch vieles am Heiligen Abend 2020 ganz anders ist als all die Jahre zuvor, so ist doch die Botschaft dieselbe geblieben.
Was der Engel vor 2020 Jahren den Hirten verkündet hat, klingt seit dem durch alle Krisen der Menschheitsgeschichte hindurch; nicht nur bis heute. Die Botschaft wird bleiben und klingen bis zum „Jüngsten Gericht". Und sie lautet: Gott liebt euch. Er hat euch seinen Sohn gesandt. Er hat euch den Frieden gebracht, nach dem ihr euch alle sehnt. (vgl. Joh 3,16; 16,33a)
Die Botschaft kann jeder verstehen; zumindest sprachlich gesehen. Keine Frage. Die Frage ist, wer kann sie glauben? Denn Einiges scheint gegen diesen Frieden zu sprechen. Das Zusammenleben der Menschen auf der Erde war auch nach der Geburt Jesu von Streit und Krieg geprägt und ist es nach wie vor und es sieht nicht so aus, als ob sich daran etwas ändern würde. Auch die Kirche, die sich auf Jesus beruft, hat in der Vergangenheit ihren Teil dazu beigetragen! Deshalb fragen sich viele zurecht, wo denn der Friede sei, den Jesus zu uns gebracht haben soll? Um auf diese Frage zu antworten, müssen wir bedenken, dass Gott uns den Frieden nicht so gibt, wie wir uns einander unsere Geschenke geben. Wenn wir uns beschenken, dann geben wir immer etwas von uns ab; entweder etwas, das wir selbst gemacht haben oder etwas, was wir vorher gekauft haben. Manchmal schenken wir auch etwas, was wir schon sehr lange besitzen. Auf jeden Fall geben wir immer etwas von uns ab. Wenn Gott uns seinen Sohn schenkt, dann gibt er nicht etwas von sich ab. Er gibt und schenkt sich selbst. Der Friede Gottes ist deshalb ohne Gott nicht zu haben. Das gilt auch für die anderen Güter, die Gott uns schenken möchte: Freude, Mut, Trost, Ruhe, Gelassenheit, Geborgenheit, die Gewissheit, geliebt zu sein; kurz: die „ewige Glückseligkeit". Jesus sagt: All diese Dinge kann Gott euch nur geben, wenn ihr ihm euch öffnet, wenn ihr ihn in euer Leben einlasst, zulasst und geschehen lasst oder anderes gesagt, wenn ihr ihm vertraut. Ob jemand Gott vertraut oder nicht, hat nicht nur Konsequenzen für die Qualität des irdischen Lebens. Es wirkt sich auch auf die Qualität des ewigen Lebens nach dem Sterben aus!
Menschen, die Gott vertrauen, sind die Menschen, die Gott wohl gefallen (Lk 2,14). In ihnen kann Gott sein Reich gründen, in dem sein Frieden wirklich wird, ist und in Ewigkeit bleibt. Der Friede Gottes ist also immer ein innerer Friede, der aber nie nur im Inneren eines Menschen bleibt.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott uns sprachen: Ehre sei Gott in der Höh und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!" (Lk 2,13f.)

Ich wünsche euch gesegnete Weihnachtsfeiertage!

Euer Pfarrer Roland Hussung

 

 

Ergänzende Informationen:

Das Presbyterium und Pfarrer Hussung haben beschlossen, dass um 16:00 Uhr am Heilig Abend die Glocken läuten. Weiterhin ist die Kirche von 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Jede*r der möchte, kann unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln vorbei kommen und alleine oder mit der Familie innehalten.